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Analog oder Digital?

 

Eine wirklich entscheidene Frage. Früher kam nur der analoge Betrieb einer Modellbahn in Frage. Heute muß man sich entscheiden. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile. Aus meiner Sicht spielt das Argument der Kosten sich gegen eine digitale Anlage zu entscheiden, nicht unbedingt eine Rolle. Wenn ich eine größere bestehende analoge Anlage digital umrüsten möchte, könnte es teuer werden. Eine Neukonstruktion ist die ideale Voraussetzung, zur Anschaffung einer Digitalanlage. Der Betrieb einer solchen ist über den PC und einer Steuersoftware kostengünstiger, als die ganzen digitalen Fahrpulte, Steuerelemente für Weichen, Signale etc. An einem älteren PC kommt man immer günstig. Die Software ist in den meisten Fällen sehr genügsam. Rechner mit Prozessorleistungen ab 500 Mhz reichen zum Steuern der Funktionen in der Regel aus. Ich selbst benutze einen 1600er Athlon mit Betriebssystem Windows xp und einer 20 GB Festplatte. Außer der Steuersoftware und dessen Zubehör ist weiter nichts installiert. Die Software kostet in der Regel bei 250 Euro. Auf den ersten Blick zwar ein stolzer Preis. Gegenüber brauche ich aber keine Fahrpulte, Weichenschalter, Stellwerke und deren zusätzliche Verkabelungen usw. Neuerdings ist man mit dem Programm Rocrail sogar auf der kostenlose Seite. Dieses gibt es für die Betriebssysteme Windows, Linux und MacOS. Was will man mehr? Lediglich das Interface zwischen Computer und Modellbahn-Anlage muß man sich noch anschaffen. Auch hier gibt es preislich günstige Kombinationsmöglichkeiten von Interface und Software. Das erforderliche Umrüsten der Lokomotiven mit einem Decoder ist in den letzten zwei Jahren deutlich billiger geworden. Es gibt schon lastgeregelte Decoder ab 20 Euro. Mit solch einem Decoder verbessern sich die Langsamfahreigenschaften einer Lokomotive ganz erheblich. Auch die konstant in gleicher Helligkeit brennende Beleuchtung der Loks im Stand oder jeder Geschwindigkeit ist nicht von der Hand zu weisen.

Die digitale Steuerung mit dem PC gegenüber der digitalen Steuerung mit Einzelkomponenten hat auch im automatischen Betrieb Vorteile. Mit der Digital-Technik könnte man 100 Lokomotiven und mehr auf ein Gleis unabhängig betreiben. Wer kann schon mehr als zwei Züge gleichzeitig und dann noch Weichen und Signale überwachen. Nicht jeder „spielt“ ständig mit mehreren Personen auf seiner Anlage. Hier ist der Computer ein guter Partner, der diese Automation übernimmt. Ist die Steuersoftware gut eingerichtet, macht er das perfekt. Dann ist noch genug Spielraum für die manuelle Steuerung.

Analoge Steuerung mit selbstgebauter Elektronikschaltung

Ich möchte an dieser Stelle jetzt nicht die analoge Steuerung mit Füßen treten. Ich habe lange Jahre damit gearbeitet. Es gibt excellente Möglichkeiten hiermit einen automatischen Betrieb aufzubauen. Als N-Bahner würde ich auch heute noch vorwiegend auf die analoge Technik setzen. Die digitalen Elemente, die man in den Loks verbauen muß, sind sehr klein, teuer und relativ empfindlich. Auf der anderen Seite kann man, wenn man mit einem Lötkolben umgehen kann, sehr günstig aus Standard-Elektronikbauteilen eine analoge automatische Steuerung aufbauen. In der Regel braucht man nicht mehr als ein paar Transistoren, Widerstände, Kondensatoren evtl. ein paar Dioden. Alles Bauteile die unterhalb von 1 Euro, sogar unter 50 Cent liegen. In meinem Download-Bereich werde ich ein paar Schaltungen mit Bauanleitung kostenlos zur Verfügung stellen. Diese Schaltungen sind von mir selbst entwickelt worden. Es ist eine Modultechnik für Blockstellen, d.h. pro Blockstelle eine Module. Dieses Modul macht im Prinzip nichts anderes als die gerade durchfahrene Blockstelle mit Strom zu versorgen und die nachfolgende Blockstelle (Wichtig!) abzuschalten. Dadurch kann der nachfolgende Zug nicht auffahren. Es ist also immer ein abgeschalteter Block dazwischen. Digital gesehen steuert der PC das Geschehen. Mit meiner Schaltung steuern sich die Züge auf freier Strecke selbst. Hält man einen Zug im Bahnhof an, hält auch der folgende Zug in der letzten Blockstelle an und das automatisch. Dieses gilt im Prinzip für alle nachfolgenden Züge. Fährt der Zug im Bahnhof wieder los, setzt sich auch alles andere wieder in Bewegung. Gleichzeitig werden auch die Signale rot/grün von dem Modul mit versorgt. Sie schalten sich farblich entsprechend analog zu den jeweiligen Blockstellen.

Dieses Modul ist natürlich unabhängig der Baugröße. Man kann jede Spurgröße damit betreiben. Einzige Bedingung – Sie funktioniert nur mit Gleichstrom, also nichts für Märklin-Wechselstrombahnen.

Im Elektronik-Fachhandel (Conrad usw.) gibt es auch viele Platinen-Bausätze die eine analoge Anlage mit zusätzlichen interessanten Möglichkeiten versehen lassen. An dieser Stelle sei mal eine Pendelzug-Steuerung genannt, die einen kompletten Zug automatisch Hin- und Zurück fahren lässt.  
Peter Neise Online
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