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Wie alles anfing ...

Es war im Herbst 1962. Zu Weihnachten sollte ich meine erste Modelleisenbahn bekommen. Ich war damals gerade 10 Jahre alt. Es war das Alter, wo man sich so langsam für technische Sachen interessiert und auch schon mal fragt, wie alles funktioniert. Seit Wochen war mein Vater schon damit beschäftigt, eine Platte mit Landschaft, Häusern und einen Berg inkl. Tunnel und die vielen Kleinigkeiten die zu einer Anlage eben gehören. Selbst die „Bevölkerung“ hatte er nicht vergessen. Von dieser Anlage habe ich noch die beiden abgebildeten Fotos.

Interessant dürfte sein, das die Kirche auf dem Foto immmer noch von der Firma Faller produziert wird. Sie war damals Ende der 50er Jahre auf den Markt gekommen. Damit ist dieser Bausatz wirklich über fünzig Jahre im Handel erhältlich.
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Peter Neise Online
Hobby und Freizeit - Modellbahn
Damals fragte mein Vater mich, was für eine Modellbahn-Marke von wir kaufen sollten. Wie aus der Pistole geschossen antwortete ich damals: „Märklin! - Freund Ulli hat auch so eine!“. Also kaufte er damals diese Blechschienen von Märklin, die später M-Gleis genannt wurden. Endlich wurde es Weihnachten. Vom „Christkind“ bekam ich dann das rollende Material und den Trafo. Drei Güterwagen, zwei Personenwagen (aus Blech!) und eine Dampflok, die BR 24. Dann kam das erste Problem. Soviel Ahnung und Wissen mein Vater über Modellbau auch hatte, er konnte wirklich alles im Detail bauen, aber von Elektrotechnik, Kabel, Strom usw. hatte er keine Ahnung. Er hatte glatt das Anschlußgleis vergessen. Dieses mit dem braunen und rotem Kabel welches man am Trafo anstöpselte. Ich wusste genau wie es aussah, denn Freund Ulli, bei dem ich öfters mit seiner Anlage gespielt und die ersten Erfahrungen gesammelt wurden, hatte mir alles erklärt.

Irgendwie bekamen wir die Bahn dann doch noch am Weihnachtsabend mittels zweier Kabel zum laufen und ich erlag dieser Faszination welche mich noch heute festhält.

Erwähnen muß ich noch, das wir ein paar Tage später natürlich den Anschluß ordnungsgemäß hergestellt hatten. Später kam noch eine zweite Dampflok, eine BR  89 hinzu. Diese besitze ich heute noch und hat einen Ehrenplatz in der Vitrine. Es ist auch die einzige Märklin-Lok die ich noch besitze. In späterer Zeit, als ich anfing mir selbst eine Eisenbahn-Anlage aufzubauen, habe ich auf das Gleichstrom-System gewechselt. Aber zurück zur ersten Anlage. Wir hatten sie ca. zwei Jahre im Kinderzimmer stehen, welches ich mir mit meinem Bruder teilen musste. Aus Platzgründen verkaufte sie mein Vater eines Tages. Damals versprach ich mir selbst, irgendwann einmal selbst eine größere Anlage zu bauen. Dieses sollte auch Wirklichkeit werden. In diesen zwei Jahren, owohl ich damals zwischen 10 bis 12 Jahre alt war, habe ich viel über Modellbahn-Elektrotechnik gelernt. Es wurde also experimentiert. Zwei andere Freunde aus der Schule hatten auch eine Eisenbahnanlage. Da war Uwe, der hatte eine von "Fleischmann" und Klaus hatte eine "Trix-Express".

Eine Lok, drei Wagen - irgendwann wurde das also langweilig. Wir sprachen uns ab und Uwe besuchte mich und brachte eine Fleischmann-Lok und drei Waggons mit. Wir stellten als die Fleischmann-Lok auf die Märklin-Schienen, drehten den Trafo auf, was passierte? – Nichts. Es rührte sich nichts. Blieben nur die Waggons übrig. Das die Kupplungen unterschiedlich waren, war nicht unbedingt eine Hindernis. Jedenfalls konnte wir die Waggons auf meinen Schienen gebrauchen. Ein paar Tage später drehten wir den Spieß um und ich ging nach Uwe mit meiner BR 24 und den beiden Blech-Personenwagen. Damals faszinierten mich schon die Gleise der Fleischmann-Anlage mit dem Messing-Profil. Sie hatten keine Punktkontakte, wie meine Märklin-Schienen. Kurzum, ich setzte die BR 24 auf die Gleise und … ein paar Sekunden später ging am Trafo ein rotes Licht an. Kurzschluß!! Wieder ein Fehlschlag. Das die Lok nicht fahren konnte wurde mir dann schon klar. Meine Lok hatte in der Mitte einen Schleifer, seine nicht. Aber das auch meine Waggons auf seinen Schienen einen Kurzschluß veursachten, konnte ich noch nicht ganz nachvollziehen. Seine Waggons funktionierten doch bei mir. Irgendwie wurde mein Interesse geweckt. In der Schule fragte ich Klaus nach seiner Trix Anlage. Er sagte: „Meine Loks haben in der Mitte einen Schleifer, auch in der Mitte der Schiene, ist eine dritte Schiene für den Strom.“ Ich war ganz Ohr. Wir verabredeten uns, um meine Lok bei ihm zuprobieren.  Kurzum die Märklin-Lok fuhr auf seinen Trix-Express-Schienen, aber nur vorwärts. Sie ließ sich nicht umschalten. Nur mit dem kleinen Hebelchen an der Lok selbst ließ sich sich auch rückwärts fahren. Auch die Waggons machten keine Probleme. Seltsam war nur, das seine Trix-Lok auf seinen Schienen zwar vorwärts und rückwärts fuhr, aber mit dem Gesicht immer nur in einer Richtung. Wenn man die Lok herumdrehte und anders auf die Schienen setzte fuhr sie gar nicht mehr. Egal. Wir machten also auch eine Gegenprobe. Seine Trix-Lok auf meinen Märklin-Schienen. Außer das die Lok ein wenig brummte und die Lampen brannten, passierte nichts. Das waren also Fragen über Fragen und warum das eine und warum nicht das andere. Ich wurde also schon damals mit Gleichstrom, Wechselstrom, Zweileitersystem (Fleischmann), Dreileitersystem (Trix-Express) und Zweileiter aber Dreischienensystem (Märklin) konfrontiert. Etwa drei Jahre nach dem gerade erzählten Geschehen, hatte ich Klaus noch einen entscheidenen Tipp für seine Trix-Express-Anlage gegeben. Ich verband die linke und rechte Schiene mit je einem Transformator. Die Mittelschiene wurde als gemeinsamer Rückleiter benutzt. So konnte er unabhängig zwei Lokomotiven auf einem Gleis fahren. Man musste nur die Lokomotiven entsprechend den Schleifern auf die Schienen stellen. Das war schon 1967 möglich. Dann begann eine eisenbahnlose Zeit, Ausbildung als Schriftsetzer, Bundeswehr, Freundin, Verlobte und Hochzeit. Während dieser Zeit nach meiner Ausbildung begann ich Material für die N-Spur zu sammeln. Aus Platzgründen entschied ich mich für die 9 mm Spur. Auch die Normen in dieser Spur faszinierten mich. Gleiche Stromspannung, gleiche Kupplung, fast gleiche Schienen. Irgendwie passte das Material von allen Herstellern zusammen. Ab 1980 begann ich dann die erste große Anlage in der N-Spur zu bauen. Alle Fotos in der Bildergalerie sind aus dieser Zeit. Über meine technischen Erfahrungen mit der Spur-N berichte ich in einem extra Kapitel. In dieser Zeit war alles noch analoge Technik. Die Steuerung war elektronisch, aber selbst gebaut. Relais-Steuerung habe ich immer abgelehnt. Diese war mir einfach zu plump. Die Züge fuhren wie aus der Pistole geschossen los und hielten abrupt an. So etwas wollte ich nicht. Die Platinen für die Steuerung habe ich selbst hergestellt, entwickelt und geätzt. Die Anlage lief in den beiden großen Kreisen vollautomatisch über Blockstellen mit Transistorsteuerung. Der Rest wurde manuell gefahren. Die Nebenbahn hatte automatische Wendezugeinrichtung über einer Zeitsteuerung. Sah wirklich beeindruckend aus. Auch die Blockstellen. Das Signal sprang auf grün. Nach ca. einer Sekunde fuhr der Zug langsam an und hatte nach etwa einem Meter Fahrstrecke die maßstabsgerechte Geschwindigkeit. Bei einem roten Signal lief es umgekehrt genauso. Der Zug kam langsam zum Stehen. Über die Schaltung und Funktion in einem anderen Kapitel mehr.

Im Jahre 1997 zog meine Familie und ich in eine andere Wohnung um. Es musste fast alles demontiert werden. Im Moment ohne Modelleisenbahn richtete sich mein Interesse mehr und mehr auf die größere Spur H0. Durch die beginnende Digitaltechnik wurde ich in deren Bann gezogen. Ich baute nur noch eine N-Anlage an der Wand von 4,80 Meter Länge, aber nur 35 cm tief. Echter Wendezugbetrieb, aber mit allem was die Analogtechnik und Elektronik hergab.

Parallel dazu (wir hatten eine große Wohnung 150 qm) in einem extra Raum entstand eine größere H0-Anlage in L-Form. Ich habe damit so Mitte 1999 angefangen. Erst analog mit den Elektronik-Teilen der N-Spur, soweit ich sie gebrauchen konnte. Nach und nach wurde alles auf Digital umgestellt. Im Oktober 2005 mußte ich aus beruflichen Gründen erneut umziehen. Diesmal in eine viel kleinere Wohnung. Meine Kinder sind jetzt aus dem Hause und gehen ihre eigenen Wege. In der neuen Wohnung bestand die Möglichkeit auf dem relativ großem Dachboden etwas Neues zu gestalten. Hiermit wollte ich großzügig anfangen, aber ein gesundheitlicher Einbruch holte mich auf den Boden der Tatsachen zurück. Dadurch wurde ich eine Zeitlang arbeitslos. Gottseidank sind diese Zeiten vorbei.
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Durch einem nochmaligem Umzug in meine jetzige 50 qm Wohnung ergaben sich deutliche Einschränkungen für eine große Modellbahn. Anfangs baute ich modellbahnmäßig nur eine schmale Variante in L-Form an zwei Wänden entlang. Alles ist auf einem Wandregal mit 40 cm Tiefe angelegt. Es liegen maximal an einer Seite 6 Gleise nebeneinander. Links und rechts wird alles durch Prellböcke begrenzt. Es ist prinzipiell nur ein Hin- und Herfahren möglich. Dazu steht eine Raumlänge im Winkel von 6,10 Meter zur Verfügung. Allerdings in zwei Ebenen. Die obere anlage ist baulich von der unteren getrennt und wird digital mit zwei Roco-Lockmäusen gesteuert. Die untere Anlage zusätzlich mit dem PC. Es sind zwanzig Weichen eingebaut und 12 Kopfgleise zum Abstellen von Zügen können genutzt werden. Der Rest ist Freiraum zum Bewegen der Züge. Die Anlage ist digitalisert und dadurch ist ein extremes Rangieren mit allen Varianten möglich. Insgesamt stehen 25 Lokomotiven zur Verfügung, sind alle mit Decodern ausgerüstet und entsprechend eingebunden.

Die Schnittstelle zum Computer ist ein Modul 10785 von Roco. Allerdings wird die Anlage nicht mit der zugehörigen Rocomotion-Software betrieben. Ich habe durch die besseren Möglichkeiten auf das freie GNU-Projekt Rocrail umgestellt. Damit sind alle Varianten vom automatischen Pendelzugverkehr über Fahrpläne bis zum manuellen Verkehr möglich. Die Weichen werden über LS150 Weichendecoder von Lenz geschaltet und sind damit im digitalen System eingebaut. Die Melder an den Endpunkten sind unterschiedlich und werden über Roco 10787 Decoder gesteuert.

Auf alle Fälle macht es sehr viel Spass mit solch einer Anlage den Fahrbetrieb zu realisieren. Das folgende Bild veranschaulicht die Situation in Form einer stilisierten Gleisbahnzeichnung erstellt mit Rocrail. Gleichzeitig dient dieser Plan auch für die Bedienung der Weichen im genannten Programm. Die Blöcke sind hier wegen der besseren Übersicht nicht eingezeichnet.

Da ich öfters mal den Gleisplan wechsle, um andere Varianten auszuprobieren, ist es zum festen Einbau der Elemente noch nicht gekommen. Die Schienen sind zwar mit kleinen Schräubchen befestigt, aber das ist auch alles. In den Freiräumen stelle ich kurzeitig Häuser und andere Objekte auf. Durch die lose Anordnung ist auch ein großzüges Reinigen vom Staub möglich. Auch dieses sollte berücksichtigt werden.

Wie es weitergeht, wird sich finden. Jedenfalls braucht man nicht unbedingt eine Modellbahn-Anlage mit einem geschlossenen Kreis. Durch die volle Digitalisierung sind auch in einer solchen platzsparenden Variante sehr befriedigende Zugfahrten möglich. Im Übrigen; die Höhe der „Platte“ liegt bei 125 cm. Die zweite Ebene bei 145 cm. Der Blickwinkel ist dann nicht unbedingt steil von oben. Durch dass seitliche Betrachten auf fast Augenhöhe ist eine sehr überzeugende räumliche Tiefe möglich. Überhaupt in Längsrichtung der Anlage.

Ich kann jedem, der mit Platzmangel für eine Modellbahn zu kämpfen hat, eine solche Anordnung empfehlen. Durch die geringe Tiefe ist alles recht dezent in dem Wohnraum integriert. Der Platz über die Anlage wird für meine DVD-Sammlung verwendet. Dadurch ist das Wandregal in der Länge entsprechend ausgenutzt.
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Die zweite, obere Ebene ist vom Gleisplan ähnlich. Die folgenden Fotos werden die Anordnung genauer zeigen. Der Platz darüber ist mit Regalböden für meine Kartonmodelle bzw. für Lego-Eisenbahn zur Präsentation reserviert. Da nur der technische Aspekt im Vordergrund steht, wird auf eine modellbahntypische Ausschmückung momentan verzichtet. Mal sehen, was die Zukunft bringt. Vielleicht fällt mir dazu noch etwas Passendes ein. Material wie Häuser und sonstige Gestaltung ist genug vorhanden. In Kürze werden erstmal Signale und deren modellbahntechnische Funktionen umgesetzt. Die Zeit wird es bringen. Stand 2012. Heute sieht alles wieder ganz anders aus. Mehr davon in einem anderen Kapitel.
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